Zuhause in der Fremde | Biografien in Bildern

 

Die 25 Schülerinnen und Schülern besuchen zwei Sprachlernklassen in der Oberschule Eversten. Einige Schülerinnen und Schülern können sich schon mündlich und schriftlich einwenig auf Deutsch verständigen, andere fangen mit den ersten lateinischen Buchstaben an. Die Familien sind aufgrund politischer Verfolgung, Kriegswirren oder wirtschaftlicher Probleme nach Deutschland gekommen.

 

Die künstlerische Darstellung ihrer besonderen Lebenssituation soll den Kindern und Jugendlichen helfen, die gefühlsmäßige Bedeutung von „In die fremde Welt geworfen sein“ besser zu verstehen. Die sozial und kulturell sehr heterogen zusammen gesetzte Gruppe setzt sich in diesem kreativen Prozess mit ihrer Lebenssituation und gesellschaftlich relevanten Fragen intensiv auseinander. Innerhalb dieses Forschungsprozesses werden Kunstwerke produziert, die schwierige Themen aus der eigenen Biographie reflektieren.

 

In den beiden Gruppen können die Kinder ihre individuellen Stärken einbringen; nicht das Sprachvermögen und die Rechtschreibung sind gefragt, sondern Forschergeist und kreative Ideen. Das Zeichnen, Malen, Drucken und Kleben, Sammeln und Strukturieren sind die Medien, um die biographischen Fragmente sichtbar zu machen. Das Darzustellende manifestiert sich in künstlerischen Werken. Methoden wie „Mind-mapping in Bildern“ und die „Kognitive Karte“ sollen über Sprachbarrieren hinweghelfen. Hier können die Kinder aus Migranten- und Flüchtlingsfamilien eine gleichwertige Teilhabe an Forschung und Wissensvermittlung erleben. Die Beschäftigung mit den individuellen Erfahrungen und die Entfaltung eigener kultureller Ausdruckformen tragen bei den Kindern und Jugendlichen zu ihrer Identitätsbildung bei.

 

slap – social land art project e. V. in Kooperation mit der Oberschule Eversten

ProjektteilnehmerInnen:

Maria Aksamentow, Amar Bero, Behrooz Debozorgi, Julia Hoptasz, Marija Janusauskaite, Basel Khouri, Vladimir Kirkov, Flavius-Georgian Mihalescu, Denis-Adrian Moldovan, Emils Nartiss, Roberts Janis Ozols, Nikola Reszko, Karolina Dorota Rogala, Bakshan Sahdi Mirza, Sarhad Sadhi Mirza, Avin Sadih Mirza, Yehea Said, Rewa Said, Arya Sandoghar, Ali Sandoghar, Abdullah Taro, Munira Taro, Saleh Taro, Vlada Tkachenko, Viet Anh Tran

 

Lehrerinnen: Wiebke Alberts und Behice Sengün

Künstlerische Leitung: Edda Akkermann

 

Die Kinder und Jugendlichen stellen die Besonderheiten und Unterschiede ihrer kulturellen Hintergründe in Form von 60 Einzelbildern dar, die zu einer großen Kartografie verbunden werden.

In einem zweiten Werkkomplex werden Zeichnungen und Schriftzeichen in der jeweiligen Heimatsprache auf lange Papierbahnen aufgebracht. Diese spiegeln aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der Kinder und Jugendlichen deren Lebensgefühl in Deutschland und insbesondere Oldenburg wider.

Das gemeinsam erarbeitete Werk wird zu einem manuell auf- und abrollbaren Papierobjekt zusammengefügt, das in der Betrachtung nach und nach die Eindrücke der Kinder und Jugendlichen preisgibt. Wie erlebe ich mein neues Zuhause? Was ist für mich bezeichnend für Deutschland / Oldenburg?

 

Die Kunstwerke werden im Rahmen des 4. Oldenburger Zeichenfestivals "Zeichnung erzählt" der Kunstschule Klex präsentiert:

www.zeichenfestival-ausgezeichnet.de

 

Auftaktveranstaltung am 19.08.2013 um 11.00 Uhr

im Horst-Janssen-Museum

Kunstausstellung: 24.-29.09.2013 in der Mohrmannhalle (Bauwerkhalle) am Pferdemarkt

Mit freundlicher Förderung durch:

 

Vereinte Oldenburger Sozialstiftung

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